Backdraft im Kopf – Stress und Burnout


Was mache ich, wenn es im Oberstübchen brennt? Tür zu, ausbrennen lassen und zwischendurch die Blumen gießen, sich um die schönen Sachen im Leben kümmern. Oder man geht die Garage aufräumen. Kann man machen. So gehen manche mit Stress um: Aus dem Weg gehen. Man widmet sich Hobbies oder geht weiter zur Arbeit. Im Oberstübchen brennt es aber trotzdem. Irgendwann kommt man wieder zurück, öffnet die Tür und BACKDRAFT! Das Oberstübchen ist ausgebrannt. Burnout. Nix mehr mit zwanghafter Selbstoptimierung. Brandbekämpfung.







In Zeiten, in denen es tatsächlich schneller zugeht, Informationen ständig auf einen einprasseln ist es manchmal sehr einfach und bequem dem Stress aus dem Wege zu gehen: Hat man Stress auf der Arbeit, geht man Heim. Manchmal bleibt beides wortwörtlich auf der Arbeit liegen. Nimmt man sie mit, belastet sie möglicherweise das Umfeld. Hat man dann Stress daheim, macht man freiwillig Überstunden um nicht Heim zu müssen. Oder widmet sich Hobbies. Nun hat meines Erachtens jedoch alles einen Zusammenhang: Setzt man sich auf eine Reißzwecke, fängt das Auge an zu tränen. Irgendwann sollte man mal wieder Heim oder zu Arbeit. Man verliert die Kontrolle. Shit hits the fan! Man hat den Stress doch vermieden? Was ist passiert? Es ging mir doch gerade noch gut! Auf einmal fängt der Verfall

an. Auch körperlich. Dabei will man doch auch noch besser für sich selbst werden!



Was mir retrospektiv nach meinem Burnout und der Ausbildung zum Anti-Stress-Trainer bewusst wurde war, es gab drei Handlungsfelder auf die ich nicht geachtet habe. Jede Stressbelastung ist anders und diese sollte auch nicht generalisiert werden. Jedoch gibt es "Kniffe", die einen positiven Umgang mit Stress erlauben:



  1. Beim Instrumentellen Stressmanagement ist der Ansatzpunkt der jeweilige Stressor. Was also verursacht mit welcher Wechselwirkung bei mir Stress. Wie löse ich diesen (inneren) Konflikt.

  2. Im kognitiven Stressmanagement setzte ich an der mentalen Einstellung an. Wie stehe ich zu dem Stressor? Ist er tatsächlich hinderlich oder vielleicht eine Chance mich zu entwickeln? Einige Ansätze bietet die positive Psychologie.

  3. Im Palliativ-regeneratives Stressmanagement steht das Erlernen von Entspannungstraining im Vordergrund. Kann man dem Stress einer singulären Situation nicht entgehen („Fight or Flight“ sind heutzutage gesellschaftlich nicht anerkannt) sollte man auf Sofortmaßnahmen zur Senkung des Aktivierungspotentials zurückgreifen können.



Erkenntnis für sich zu erlangen ist dabei wichtig. Genauso wie für andere. Ein vereinfachtes Instrument Stress und Burnout vorzeitig zu erkennen ist die Burnout- Uhr. Menschen könnten ein tieferes Verständnis für sich und einander erhalten, wenn sie unabhängig von Hierarchieebenen und sozialen Kontexten manchmal die Uhr auf der Uhr hätten. Vielen Menschen ist es unangenehm über ernsthafte Stressbelastungen oder gar Burnout zu sprechen, da es immer noch als Zeichen der Schwäche, mangelnder Leistung und geringe Belastbarkeit gilt. Dies könnte man ändern und damit mehr Freude und Produktivität in allen Lebensbereichen generieren.




In meiner Überzeugung als „Rebell für die (Re-)Humanisierung der (Arbeits-)Welt“ möchte ich ein Bewusstsein schaffen wieder menschlicher miteinander zu interagieren. Wer sich selbst in Stresssituationen versteht, tut es auch bei anderen. Wer seine Stressoren klar kommunizieren kann, schafft Verständnis und kann Unterstützung bekommen um Situationen zu meistern. Manchmal sind Stresssituationen auch nur falsch bewertet. Manchmal muss man sie auch nur kurz aussitzen. Letztendlich sind es viele Faktoren die es zu beherrschen gilt. Bewusstsein und auch aktive Präsenz können helfen präventiv besser mit Stress umgehen zu lernen. Für alle.

Lasst uns bewusster und stressfreier bewegen.

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Lukas Jurewicz

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